Wer sich näher mit Kaffee beschäftigt, stößt schnell auf Begriffe, die nicht zum Alltagswortschatz gehören. Crema, Extraktion, Cupping, Single Origin, Tamper. Die Welt der Spezialitätenkaffees hat eine eigene Sprache. Wer sie versteht, kommt schneller zu besserem Kaffee und versteht, was im Café eigentlich passiert.
Die wichtigsten Begriffe von A bis Z
Arabica: Die geschmacklich edelste Kaffeesorte. Wächst in Höhenlagen, weniger Koffein als Robusta, oft fruchtig oder süßlich im Geschmack.
Barista: Der Kaffee-Fachmann hinter der Maschine. In der Specialty-Szene ein anspruchsvolles Handwerk.
Bohnenbehälter: Aufbewahrungsgefäß für Bohnen, idealerweise lichtdicht, luftdicht und kühl gelagert.
Cupping: Professionelle Verkostungsmethode. Bohnen werden grob gemahlen, mit heißem Wasser übergossen und nach festen Regeln verkostet.
Crema: Die goldbraune Schaumschicht auf einem Espresso. Indikator für Frische und korrekte Extraktion.
Cup of Excellence: Renommierter Wettbewerb, in dem die besten Kaffees eines Landes ausgezeichnet werden.
Decaf: Entkoffeinierter Kaffee. Wird durch verschiedene Verfahren des Koffeinentzugs hergestellt, etwa das Swiss-Water-Verfahren.
Direct Trade: Direkter Handel zwischen Röster und Bauer ohne Zwischenhändler. Oft fairer und transparenter als klassischer Fairtrade.
Espresso: Konzentrierter Kaffee, hergestellt durch hohen Druck (etwa 9 bar) und kurze Extraktionszeit (25–30 Sekunden).
Extraktion: Der Prozess, bei dem Aromen aus dem gemahlenen Kaffee ins Wasser übergehen. Unterextraktion macht den Kaffee sauer, Überextraktion bitter.
French Press: Zubereitungsmethode mit grobem Kaffeemehl, das im heißen Wasser zieht und mit einem Sieb getrennt wird.
Honey Process: Aufbereitungsmethode, bei der das Fruchtfleisch teilweise an der Bohne bleibt. Ergebnis: süßlicher, komplexer Geschmack.
Mokka-Kanne (Bialetti): Italienische Tradition, bei der Wasser durch Dampfdruck durch das Kaffeemehl gepresst wird.
Naturals: Sun-dried Kaffees, bei denen die ganze Frucht getrocknet wird. Oft fruchtbetont und vollmundig.
Pour Over: Filterkaffee, bei dem heißes Wasser von Hand in kleinen Mengen über das Kaffeemehl gegossen wird.
Robusta: Robuste Kaffeesorte mit höherem Koffeingehalt. Erdig, kräftig, oft in Espresso-Blends verwendet.
Single Origin: Kaffee, der aus einer einzigen Farm oder Region stammt. Erlaubt geschmackliche Charakteristik.
Specialty Coffee: Hochwertiger Kaffee, der bei Cuppings mindestens 80 von 100 Punkten erreicht hat.
Tamper: Werkzeug, mit dem das Kaffeemehl im Siebträger gleichmäßig angepresst wird.
Third Wave Coffee: Bewegung der dritten Kaffee-Welle. Fokus auf Herkunft, Handwerk und Qualität.
Washed: Aufbereitungsmethode, bei der das Fruchtfleisch vor der Trocknung entfernt wird. Ergebnis: klare, saubere Tasse.
Praktische Begriffe für die Zubereitung
- Mahlgrad: Grobheit des Kaffeemehls. Espresso fein, Filterkaffee mittel, French Press grob.
- Brühzeit: Wie lange Wasser und Kaffee in Kontakt sind. Espresso 25–30 s, French Press 4 Minuten, Pour Over 3–4 Minuten.
- Brühverhältnis: Verhältnis Kaffee zu Wasser. Für Filterkaffee gilt 1:15 bis 1:17 als guter Ausgangspunkt.
Wer eine tiefere Übersicht zum Kaffee-Glossar sucht, findet eine umfassende Sammlung auf Kaffeepioniere.
Begriffe rund um Maschinen
Siebträgermaschine: Klassische Espressomaschine mit abnehmbarem Siebträger.
Vollautomat: Maschine, die Bohnen mahlt und Espresso auf Knopfdruck zubereitet.
Dampflanze: Bauteil zum Aufschäumen von Milch.
Bezugsdruck: Druck in Bar, mit dem Wasser durch das Kaffeemehl gepresst wird. Standard sind 9 Bar.
Fazit
Kaffee hat eine eigene Sprache. Wer die wichtigsten Begriffe kennt, kommt schneller zu besserem Kaffee, versteht, was Röster und Baristas meinen, und kann gezielt nach den Eigenschaften suchen, die zu seinem Geschmack passen. Mit etwas Übung gehören die Fachbegriffe schnell zum eigenen Wortschatz.




