Es gibt zahlreiche Versicherungsarten in Deutschland, darunter verpflichtende und freiwillige. Da auch die freiwilligen Policen kostspielig sein können, sollte man nur jene Versicherungen abschließen, die im individuellen Fall sinnvoll sind. Eine Versicherung, die sich auszahlen könnte, ist die Rechtschutzversicherung. Doch auch diese lohnt sich nicht für jeden. Was vor dem Abschluss beachtet werden sollte, verrät dieser Beitrag.
Was ist eigentlich eine Rechtsschutzversicherung?
Jeder kann einmal in einen Rechtsstreit geraten. Doch das erweist sich in der Regel als kostspielig. Schon ein erstes Beratungsgespräch bei einem Anwalt kann bis zu 190 Euro kosten. Ein langwieriger Prozess ist für viele Menschen unbezahlbar. Wer hohen Kosten im Fall eines Rechtsstreits entgehen möchte, kann eine Rechtschutzversicherung abschließen. Gerichtskosten und Anwaltshonorare werden dann vom Versicherer übernommen und müssen nicht mehr aus der eigenen Haushaltskasse finanziert werden. Das finanzielle Risiko sinkt mit Abschluss des Versicherungsvertrages also drastisch.
Wer eine Rechtsschutzversicherung abschließen sollte
Auch wenn das zugrundeliegende Prinzip dieser Versicherung sinnvoll klingt, ist der Rechtsschutz nicht für jeden Menschen geeignet. Es kommt grundsätzlich darauf an, wie hoch eine Person ihr individuelles Risiko einschätzt, während des Versicherungszeitraums in einen Rechtsstreit zu geraten. Wenn damit voraussichtlich nicht zu rechnen ist, lohnt sich die Police kaum. Mancher kann auch gar nicht von der Rechtschutzversicherung profitieren: Läuft ein Prozess bereits, werden die Kosten meist nicht übernommen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Fall abgedeckt ist. Dazu zählen zum Beispiel Scheidungen und Erbstreitigkeiten.
Wichtig ist auch, zu wissen, dass die steigende Beliebtheit der Rechtschutzversicherung in den vergangenen Jahren dazu geführt hat, dass die Versicherer inzwischen sehr genau hinschauen, wen sie eigentlich aufnehmen. Viele Anbieter kündigen Policen, wenn der Versicherte die Leistungen zu oft in Anspruch genommen hat und zu teuer geworden ist. Wer den Rechtschutz für sich also als sinnvoll erkannt hat, sollte nicht zu leichtfertig mit ihr umgehen, um auch langfristig noch Vorteile daraus ziehen zu können.
Tipps für den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung
Wie bei jeder Versicherungsart lohnt sich ein Versicherungsvergleich auch bei dieser Art. Es gibt Rechtschutzversicherungen für unterschiedliche Bereiche. AdmiralDirekt bietet den Schutz zum Beispiel bei Streitigkeiten im Job, für Mieter und Eigentümer oder nach einem Straßenverkehrsunfall. Vor dem Abschluss sollte genau geprüft werden, ob und wie der Versicherer im individuellen Fall wirklich helfen kann. Jede Police zeichnet sich durch eine Versicherungssumme aus, in der die Kosten maximal übernommen werden können. Ein Betrag von 300.000 Euro gilt zurzeit als das Minimum. Der Versicherte sollte auch die Vertragsbedingungen genau prüfen, denn oft gibt es besondere Regeln zu beachten. Dazu zählen zum Beispiel Wartezeiten. Diese liegen meist bei drei oder sechs Monaten.
Viele können von einer Rechtschutzversicherung profitieren
Die Rechtschutzversicherung zählt in Deutschland zu den freiwilligen Versicherungen. Sie muss also nicht von jedem Menschen abgeschlossen werden. Obwohl viele Haushalte eine Police besitzen, kommt sie nicht immer zum Einsatz. Das heißt aber nicht, dass der Abschluss einer solchen Versicherung nicht trotzdem sinnvoll sein kann: Kommt es doch zu einem Rechtsstreit, hilft sie dabei, Menschen vor überbordenden Kosten zu schützen. Das kann eine enorme Erleichterung darstellen. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Versicherer oft erst nach einer Wartezeit Leistung en bereitstellen.