Ob Dachdeckerin, Sprengmeisterin, Feuerwehrkraft oder Pflegekraft im Hochrisikobereich: Wer in einem gefährlichen Beruf arbeitet, setzt sich täglich besonderen Risiken aus. Deshalb ist es wichtig, sich nicht nur körperlich, sondern auch rechtlich abzusichern.
1. Arbeitsvertrag und Arbeitsschutz
- Arbeitsschutzgesetz & Unfallverhütungsvorschriften
Arbeitgeber müssen laut Arbeitsschutzgesetz Gefährdungsbeurteilungen durchführen, Schutzkleidung bereitstellen und Sicherheitsunterweisungen anbieten. Beschäftigte haben das Recht, diese Maßnahmen einzufordern. - Gefahrzulage
In einigen Branchen sind Zuschläge für gefährliche Arbeiten tariflich oder vertraglich geregelt. Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag entsprechende Klauseln enthält.
2. Gesetzliche Absicherung
- Gesetzliche Unfallversicherung
Alle Arbeitnehmer*innen sind über die Berufsgenossenschaften abgesichert. Diese übernimmt Kosten für Heilbehandlungen, Reha-Maßnahmen und zahlt eine Rente bei bleibender Erwerbsminderung. - Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung & Krankengeld
Bei Verletzungen gilt der übliche Krankengeldanspruch, allerdings muss der Arbeitsunfall unverzüglich gemeldet werden.
3. Private Versicherungen
- Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)
Besonders wichtig in risikoreichen Berufen. Sie sichert das Einkommen ab, falls man den Beruf nicht mehr ausüben kann. Achten Sie auf klare Definitionen von „Berufsunfähigkeit“ und ausreichende Rentenhöhe. - Unfallversicherung
Deckt Unfälle in Freizeit und Beruf ab und zahlt bei Invalidität oder für notwendige Umbauten (z. B. barrierefreies Wohnen). - Haftpflichtversicherung
Gerade wenn Sie für Schäden an Dritten verantwortlich sein könnten (z. B. bei Bau– oder Montagearbeiten), ist eine private oder berufliche Haftpflicht unverzichtbar.
4. Rechte im Ernstfall
- Dokumentation
Unfälle sofort schriftlich festhalten und Zeugen notieren. - Rechtsberatung
Im Streit mit Arbeitgeber oder Versicherung kann eine Rechtsschutzversicherung helfen, die Kosten für Anwalt und Gericht zu tragen.
Gefährliche Berufe, die gut bezahlt werden – Risiko trifft auf hohe Vergütung
Nicht jeder gut bezahlte Job spielt sich im klimatisierten Büro ab. Manche Berufe verlangen Mut, körperliche Belastbarkeit und den Umgang mit echten Gefahren – werden dafür aber überdurchschnittlich entlohnt. Hier einige Beispiele:
1. Offshore- und Ölplattform-Arbeiter*innen
- Risiken: Stürme, schwere Maschinen, isolierte Arbeitsbedingungen auf offener See.
- Verdienst: Fachkräfte können – abhängig von Erfahrung und Schichtsystem – 5.000 bis 10.000 € pro Monat verdienen, oft plus Zulagen für lange Abwesenheit.
2. Sprengmeisterinnen und Bergbautechnikerinnen
- Risiken: Umgang mit Sprengstoffen, Arbeiten unter Tage, Einsturz- oder Explosionsgefahr.
- Verdienst: Jahresgehälter von 50.000 bis 80.000 € sind üblich, in Leitungspositionen auch mehr.
3. Pilot*innen für Fracht- und Linienflüge
- Risiken: Hohe Verantwortung, wechselnde Zeitzonen, extreme Wetterlagen.
- Verdienst: Je nach Airline und Flugzeugtyp zwischen 70.000 und 150.000 € jährlich, Kapitäne auf Langstrecke oft darüber.
4. Kranführerinnen und Hochbau-Spezialistinnen
- Risiken: Arbeiten in großer Höhe, schwere Lasten, Wind und Wetter.
- Verdienst: Spezialkranführer oder Montageleiter kommen auf 40.000–65.000 € im Jahr, bei internationalen Einsätzen teils mehr.
5. Feuerwehrleute und Einsatzkräfte in Spezialeinheiten
- Risiken: Brände, Chemikalien, Rettungseinsätze unter Extrembedingungen.
- Verdienst: Im öffentlichen Dienst eher moderat, doch bei Werkfeuerwehren großer Industrieunternehmen sind 50.000 € und mehr möglich, zuzüglich Schichtzulagen.
6. Extremsport- oder Stuntprofis
- Risiken: Hohe Verletzungsgefahr bei Shows, Filmproduktionen oder Rekordversuchen.
- Verdienst: Stuntkoordinator*innen und gefragte Profis erzielen pro Projekt Honorare im fünfstelligen Bereich.
7. Gülletaucher
- Risiken: Arbeiten in geschlossenen Güllebecken, giftige Gase wie Schwefelwasserstoff, Erstickungs- und Infektionsgefahr.
- Verdienst: Selten und spezialisiert, daher oft über 40.000 € jährlich, mit starken Schwankungen je nach Region und Auftragslage.
Warum riskante Jobs mehr einbringen
Die hohen Gehälter spiegeln nicht nur die Gefahr wider, sondern auch spezielle Qualifikationen, Schichtarbeit, körperliche Belastung und den Mangel an Fachkräften.
Fazit
Wer in einem gefährlichen Beruf arbeitet, sollte nicht nur auf Helm und Handschuhe setzen, sondern auch auf juristische Vorsorge. Ein Mix aus klar geregeltem Arbeitsvertrag, gesetzlichem Schutz und privaten Zusatzversicherungen schafft Sicherheit – damit Sie sich auf Ihre Arbeit konzentrieren können, ohne im Ernstfall ins Bodenlose zu fallen.
Wer körperliche und psychische Belastbarkeit mitbringt und bereit ist, für besondere Risiken Verantwortung zu übernehmen, kann in gefährlichen Berufen überdurchschnittlich verdienen. Entscheidend ist eine solide Ausbildung, konsequente Sicherheitsvorkehrungen und eine gute Absicherung durch Versicherungen – denn das hohe Einkommen soll nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit gehen.
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